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10.09.2020

„Der eingebildete Kranke“ von Molière

Theaterprojekt der Klassen 7a und 7b unter Pandemie-Bedingungen

Argan (Der „eingebildete Kranke“): Tritt näher, mein Kind, wir wollen über deine Heirat sprechen! Toinette (Dienstmädchen und Corona-Hygienebeauftrage): Stopp, Abstand halten, nicht näher als 1,50 Meter!

Ein Höhepunkt des Schuljahres ist für die Klassen 7a und 7b jeweils ihre Theaterpremiere in der Hammerschmiede: Nach intensiven Proben mit Sabine Niethammer krönt eine Aufführung vor zahlreichem Publikum auf der Bühne eines richtigen Theaters die Arbeit der Schülerinnen und die Auseinandersetzung mit einem klassischen Text. 

Aufgrund zahlreicher Einschränkungen war dies 2020 nicht möglich. Die Klassen 7a und 7b machten das Beste daraus: Sie schrieben Molières Text um und brachten zahlreiche „Corona-Aktualisierungen“ ein, hielten während der Coronapause ihre Ideen zu Kostümen und Requisiten in einem Theatertagebuch fest, fanden sich mithilfe von kleinen Figuren in einer „Schuhkartonbühne“ in ihren Rolle ein und bereiteten sich dann nach den Pfingstferien auf eine etwas andere Premiere vor: 

Jeweils die halbe Klasse verteilte die Rollen so, dass doch alles besetzt war und klügelte einen Klassenzimmersitzplanaus, dass jede ohne ihren festen Platz zu verlassen und ohne sich zu nahe zu kommen, ihre Rolle ausfüllen konnte. Statt Bühnenbild und Bewegung gab es intensive Gestik, Mimik und Requisiten, die für sich sprachen: So hatte Argan vor sich eine große Menge an Medikamenten aufgebaut; seine zweite Frau, die ihn beerben möchte, Schminkutensilien und Schmuckschatullen; Tochter Angélique, die lieber einen Musiker als einen Arzt heiraten möchte, ein Foto ihres Geliebten und ihr romantisches Tagebuch…..

Am Ende gibt Argans Bruder Béralde den ultimativen Rat gegen alle Arten von Krankheiten: Du hast alles in dir um gesund zu werden. Werde dein eigener Arzt und geh in eine Komödie- am besten in eine von Molière!

Das begeisterte Publikum war Frau Schröder-Kappus, ohne die das Theaterprojekt an Sankt Klara gar nie stattgefunden hätte.

Susanne Klink