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Morgenkreis / Atempause an St.Klara

An St.Klara gibt wöchentlich eine ganz besondere Stunde: der Morgenkreis. In der Oberstufe nennt sich diese Stunde Atempause.

Der Morgenkreis / Die Atempause findet am Montagmorgen zu Beginn der Schulwoche und des Schultages statt. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist es, die Schülerinnen nach dem Wochenende mit seinen vielfältigen Aktivitäten dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Es ist ein notenfreier Raum, der Gespräche zulässt und fördert.  

Die übliche Sitzordnung, der Kreis, schafft Gemeinschaft. Alle sehen sich und sind Teil des Kreises.

Die Mitte des Kreises, die oft ansprechend gestaltet wird, kann sich an der Jahreszeit, an einem Symbol oder an einem bestimmten Thema orientieren. Die Mitte zentriert und lenkt den Blick nach innen, schärft unsere Wahrnehmung und lässt ein Gefühl der Gemeinschaft entstehen.

 

Klassen- und Stufengottesdienste, gemeinsame Gottesdienste mit der ganzen Schulgemeinschaft

Seit über hundert Jahren ist St. Klara als katholische Schule auf dem Weg christlichen Glauben zu vermitteln und so zu leben, dass er dem kritischen Blick der Jugendlichen standhält, dass er glaubwürdig bleibt.

Es bleibt die Frage nach der Gestaltung einer christlichen Schule in einer Welt, in der der (christliche) Glaube immer mehr an Bedeutung verliert.

 

Klaratag (Klasse 5)

Als noch Schwestern an unserer Schule und im Kollegium waren, dienten diese Tage vor allem dazu, einen Tag und eine Nacht bei den Schwestern zu verbringen und ihr Leben etwas kennenzulernen. Dabei wurde auch die hl. Klara und ihr Leben vorgestellt und ein Tau bearbeitet, sodass alle Schülerinnen dieses franziskanische Zeichen kannten und ein solches mit nach Hause nehmen durften.

Auch heute ist der Klaratag ein Tag – ohne Übernachtung  - an dem sich die Klasse besser kennenlernen kann und sie die Lebensgeschichte vor allem der jungen Klara kennenlernt. Ihre Fragen, ihr Leben werden mit dem Leben der Schülerinnen in Verbindung gebracht. Das Tau als franziskanisches Symbol wird kennengelernt und jede Schülerin kann ein Tau bearbeiten und später mit nach Hause nehmen, ebenso findet ein Spaziergang ins Weggental statt zur Segnung der Kreuze durch die Patres der Wallfahrtskirche. Am Schluss wird ein Gottesdienst gefeiert zusammen mit den Eltern, der von den Schülerinnen mitgestaltet wird und in dem die Erkenntnisse des Tages aufgegriffen werden.

Welche Rolle spielt hier die Mädchenbildung?

Zunächst soll dieser Tag natürlich dazu beitragen, dass sich die Schülerinnen an ihrer neuen Schule wohlfühlen, durch den Kontakt untereinander und mit den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern, und sich so auch am Ort, im Gebäudekomplex mehr beheimatet fühlen können. Das gibt Sicherheit und Geborgenheit.

Sie lernen die Namenspatronin der Schule, die heilige Klara von Assisi, näher kennen, eine Frau, die in ihrer Zeit einen ungewöhnlichen Weg einschlug, um ihre persönliche Berufung zu leben, indem sie, die Tochter reicher Eltern, der es an nichts fehlte und die ein sorgloses Leben führen konnte, ihr bisheriges Leben verlässt, um ein radikal armes und gottgeweihtes Leben zu führen. In der Auseinandersetzung mit Klaras Leben und im Vergleich mit der eigenen Situation können die Schülerinnen erkennen, dass jeder und jede persönlich herausgefordert ist, sich mit sich selbst und der Umwelt auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen. So können sie Klara als eine starke Frau kennenlernen, die ihren eigenen Weg gesucht, gefunden hat und gegangen ist. Die Beschäftigung mit Klara kann mit dazu beitragen, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu stärken und mehr und mehr auch Verantwortung für sich zu übernehmen, aber auch für andere.

 

Klostertage in Klasse 6

Die Motivation, nach Sießen zu fahren, war natürlich sehr groß, als noch viele Schwestern an unserer Schule arbeiteten und durch ihr Leben unseren Schulalltag mitprägten.

Unsere Schule ist auch heute noch eine Sießener Schule und eng mit den Sießener Franziskanerinnen verbunden. So bietet es sich an, die Schwesterngemeinschaft, die unsere Schule gegründet hat, und den Ort, an dem sie gelebt hat und heute noch lebt, kennenzulernen. Hier geht es nun schwerpunktmäßig um die Person des heiligen Franziskus, denn auf ihn beziehen sich die Schwestern – „Franziskanerinnen“ von Sießen – und es ist die einmalige Chance für die Schülerinnen, eine alternative , nämlich klösterliche Lebensform kennenzulernen durch die Begegnung und das Zeugnis der Jugendschwestern, die durch diese zwei Tage begleiten. Sie bringen den Schülerinnen Franziskus nahe und die Geschichte und Entwicklung ihrer Gemeinschaft. Ebenso lernen die Schülerinnen das Kloster kennen durch Gespräche und Begegnungen mit Schwestern, durch die Teilnahme am gemeinsamen Gebet und durch das einfache Leben, z.B. durch Mithilfe bei den Mahlzeiten.

Den meisten Mädchen ist dieser Lebensentwurf im Kloster sehr fremd und so eine gute Gelegenheit, etwas Neues / Alternatives kennenzulernen, nämlich Frauen, die den Glauben in einer ganz radikalen Form leben.

So kann auch dieses Element einen Beitrag zur ganzheitlichen Erziehung leisten, da es u.a. dazu anregt, sich mit fremden Lebensentwürfen auseinanderzusetzen und zu verstehen, sich auch mit eigenen Wünschen und (Lebens-) Vorstellungen zu befassen, was die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit fördern hilft. Die Schülerinnen lernen so eindrücklich, dass Frauen – nicht nur in beruflicher Hinsicht - unterschiedliche Möglichkeiten haben. Jede muss ihre eigene Be-rufung finden.

Wir als Schulgemeinschaft an St.Klara wollen Glaube erlebbar und erfahrbar machen, in unseren gemeinsamen Feiern und Gottesdiensten. Ökumene spielt hier eine zentrale Rolle: Wir leben in einer Welt, in einem gemeinsamen Haus lernen und leben wir, auch wenn wir uns in vielem unterscheiden. Katholische, evangelische, andere christliche Konfessionen, Muslime und Muslima und Kinder ohne Konfession kommen hier zusammen um zu feiern.