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Wirtschaftsethisches Forum: Lohnen sich erneuerbare Energien?

Kleiner Klima-Gipfel in St. Klara

 

Wirtschaftsgymnasiast(inn)en redeten mit fünf Experten über regenerative Energiegewinnung

 

Erderwärmung, CO2-Ausstoß, gescheiterter Klima-Gipfel in Kopenhagen - junge Leute drängen, mehr gegen den Klimawandel zu tun.

 

Gert Fleischer

 

Jungs und Mädels des Wirtschaftsgymnasiums St. Klara, 180 sind das inzwischen, etliche Eltern dazu und Lehrer/innen kamen am Montagabend zum Wirtschaftsethischen Forum: "Lohnen sich erneuerbare Energien?" Fünf Männer sollten diese Fragen beantworten, für die die Jugendlichen offensichtlich ein eindeutiges Ja gefunden hatten. Deshalb fassten sie selbst das Sowohl-als-auch-Statement des Energie-Baden-Württemberg-Vertreters Mirko Krück ungeniert so zusammen: "Sie meinen also, erneuerbare Energie lohnt sich."

 

Krück war sozusagen der natürliche Feind, denn die vier anderen Herren lagen in etwa auf Öko-Linie: Martin Beer, Geschäftsführer der Stadtwerke Rottenburg, der Ergenzinger Ulrich Fahl vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Unit Stuttgart, Bern-Thomas Hamm von der Agentur für Klimaschutz im Kreis Tübingen und Thomas Hartmann von der Energietechnik GmbH in Oberndorf.

 

Auch wenn Rottenburg mit drei Wasserkraftwerken, fünf Fotovoltaik-Anlagen und vier Blockheizkraftwerken den Strombedarf der Kernstadt zu 25 Prozent aus regenerativen Quellen deckt, sind die Stadtwerke ein Unternehmen. Beer:"Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein."

 

Fahl erweiterte die Maxime "Global denken, lokal handeln" zu "Global denken, global handeln". Fotovoltaik bringe in anderen Regionen der Welt mehr Ertrag, weil dort eine höhere Strahlungsdichte vorliegt. Krück versicherte: "Das Thema erneuerbare Energien ist bei uns angekommen." Doch als Großversorger müsse die EnBW kontinuierlich Strom liefern. Also müsse, weil sich Strom kaum speichern lässt, für Windkraftanlagen eine Ersatz-Erzeugung bereitgestellt werden, falls der Wind nicht weht. Krück beschrieb, dass die Stromerzeugung der EnBW auf fast die Hälfte zurückfällt, wenn sie ihre Kernkraftwerke abschalten muss. Diese Menge zu ersetzen, bedürfe riesiger Anstrengungen.

 

Solar-Unternehmer Hartmann setzt darauf, "dass der Preis für fossile Energien stark steigen wird." Dann werden die jetzt von Steuerzahlern und Stromkunden finanziell noch stark geförderten Solaranlagen rentabler. Hartmann: "Jedes Dach lässt sich zu einem Kraftwerk gestalten." Energieberater Hamm ist optimistisch, dass Deutschland seine energiepolitischen Ziele erreicht. Er rät vor allem zur Gebäudedämmung, denn "die beste Kilowattstunde ist die, die ich überhaupt nicht brauche." Die Gymnasiast(inn)en waren vorbereitet. Sie fürchten Monokulturen bei der Stromgewinnung durch Biomasse, die geißelten die Gefahren der Kernenergie, sie erfuhren, dass sich Strom eventuell speichern lässt durch Druckluftspeicher oder seine Umwandlung in Wasserstoff, sie hörten, dass die Stadtwerke an Geothermie denken, sie erinnerten die Experten daran, dass sie in 50 Jahren nicht mehr leben, wohl aber die Jugendlichen. Was können, was sollen die Jungen tun? Fahl empfahl weltweite Schul-Kooperationen, damit hiesige Schüler ihr Wissen weitergeben. Was tut die eigene Schule?, fragte ein Schüler; er sehe nichts, wenn er sich die Halle ansehe. Sankt-Klara-Chef Peter Pflaum-Borsi versprach eine Holzpellet-Heizung.

 

Lehrerin Elisabeth Schröder-Kappus - "ausnahmsweise mit dem Auto da" - staunte, wieviele Gymnasiasten mit dem Auto gekommen waren. Schülerin Valerie Nagel zog ein Fazit: "Kopenhagen war nicht überzeugend. Gedanklich sind wir alle ziemlich weit, aber es fehlt an der Umsetzung."Kleiner Klima-Gipfel in St. Klara

 

Wirtschaftsgymnasiast(inn)en redeten mit fünf Experten über regenerative Energiegewinnung

 

Erderwärmung, CO2-Ausstoß, gescheiterter Klima-Gipfel in Kopenhagen - junge Leute drängen, mehr gegen den Klimawandel zu tun.

 

Gert Fleischer

 

Jungs und Mädels des Wirtschaftsgymnasiums St. Klara, 180 sind das inzwischen, etliche Eltern dazu und Lehrer/innen kamen am Montagabend zum Wirtschaftsethischen Forum: "Lohnen sich erneuerbare Energien?" Fünf Männer sollten diese Fragen beantworten, für die die Jugendlichen offensichtlich ein eindeutiges Ja gefunden hatten. Deshalb fassten sie selbst das Sowohl-als-auch-Statement des Energie-Baden-Württemberg-Vertreters Mirko Krück ungeniert so zusammen: "Sie meinen also, erneuerbare Energie lohnt sich."

 

Krück war sozusagen der natürliche Feind, denn die vier anderen Herren lagen in etwa auf Öko-Linie: Martin Beer, Geschäftsführer der Stadtwerke Rottenburg, der Ergenzinger Ulrich Fahl vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Unit Stuttgart, Bern-Thomas Hamm von der Agentur für Klimaschutz im Kreis Tübingen und Thomas Hartmann von der Energietechnik GmbH in Oberndorf.

 

Auch wenn Rottenburg mit drei Wasserkraftwerken, fünf Fotovoltaik-Anlagen und vier Blockheizkraftwerken den Strombedarf der Kernstadt zu 25 Prozent aus regenerativen Quellen deckt, sind die Stadtwerke ein Unternehmen. Beer:"Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein."

 

Fahl erweiterte die Maxime "Global denken, lokal handeln" zu "Global denken, global handeln". Fotovoltaik bringe in anderen Regionen der Welt mehr Ertrag, weil dort eine höhere Strahlungsdichte vorliegt. Krück versicherte: "Das Thema erneuerbare Energien ist bei uns angekommen." Doch als Großversorger müsse die EnBW kontinuierlich Strom liefern. Also müsse, weil sich Strom kaum speichern lässt, für Windkraftanlagen eine Ersatz-Erzeugung bereitgestellt werden, falls der Wind nicht weht. Krück beschrieb, dass die Stromerzeugung der EnBW auf fast die Hälfte zurückfällt, wenn sie ihre Kernkraftwerke abschalten muss. Diese Menge zu ersetzen, bedürfe riesiger Anstrengungen.

 

Solar-Unternehmer Hartmann setzt darauf, "dass der Preis für fossile Energien stark steigen wird." Dann werden die jetzt von Steuerzahlern und Stromkunden finanziell noch stark geförderten Solaranlagen rentabler. Hartmann: "Jedes Dach lässt sich zu einem Kraftwerk gestalten." Energieberater Hamm ist optimistisch, dass Deutschland seine energiepolitischen Ziele erreicht. Er rät vor allem zur Gebäudedämmung, denn "die beste Kilowattstunde ist die, die ich überhaupt nicht brauche." Die Gymnasiast(inn)en waren vorbereitet. Sie fürchten Monokulturen bei der Stromgewinnung durch Biomasse, die geißelten die Gefahren der Kernenergie, sie erfuhren, dass sich Strom eventuell speichern lässt durch Druckluftspeicher oder seine Umwandlung in Wasserstoff, sie hörten, dass die Stadtwerke an Geothermie denken, sie erinnerten die Experten daran, dass sie in 50 Jahren nicht mehr leben, wohl aber die Jugendlichen. Was können, was sollen die Jungen tun? Fahl empfahl weltweite Schul-Kooperationen, damit hiesige Schüler ihr Wissen weitergeben. Was tut die eigene Schule?, fragte ein Schüler; er sehe nichts, wenn er sich die Halle ansehe. Sankt-Klara-Chef Peter Pflaum-Borsi versprach eine Holzpellet-Heizung.

 

Lehrerin Elisabeth Schröder-Kappus - "ausnahmsweise mit dem Auto da" - staunte, wieviele Gymnasiasten mit dem Auto gekommen waren. Schülerin Valerie Nagel zog ein Fazit: "Kopenhagen war nicht überzeugend. Gedanklich sind wir alle ziemlich weit, aber es fehlt an der Umsetzung."


Schule St. Klara
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